Ein energietechnisches Wrack

Im August 1989 haben wir unser Haus, Baujahr 1963, erworben. Fasziniert hatten uns damals das tolle große Grundstück und besonders die Nähe zur Stadt. Wohnen im Grünen und trotzdem stadtnah. Das Haus war als erdgeschossiges Doppelhaus im Jahr 1963 in 24 cm Bims-Hohlblock-Mauerwerk erstellt worden und erfüllte eigentlich in keiner Weise aktuelle Wohnbedürfnisse aus energietechnischer Sicht.

Die Fenster waren, wie damals üblich, als Holz-Verbundfenster ausgeführt, die inzwischen undicht waren und es zog durch alle Fugen.

Die Kellerdecke bestand aus Betonträgern mit dazwischenliegenden Hohlkörpern.

Der Keller, nur knapp 2 Meter hoch, ungedämmt.

Die Decke über dem Erdgeschoss zum nichtausgebauten Dachraum ist eine Holzbalkendecke. Als ich einige Fußbodenbretter im Dachraum öffnete, um nach der vorhandenen Dämmung zu sehen, war die Überraschung groß und ich glaubte meinen Augen kaum zu trauen: Nichts, keine Dämmung, nur Luft zwischen den Deckenbalken. Zum Dachboden, der aufgrund der relativ flachen Dachneigung ziemlich klein war, führte aus dem Wohnflur eine Einschubtreppe – natürlich auch ungedämmt.

An Wärmedämmung zum nicht ausgebauten Dachraum und zum Keller hatte man im Baujahr 1963 nicht gedacht. Das war damals eben noch kein Thema, bei Heizölpreisen von ca. zehn Pfennig je Liter.

Alles in allem ein schönes einfaches Häuschen im Grünen. Aber aus energietechnischer Sicht ein Wrack.

Wie schon gesagt, das Haus hatten wir hauptsächlich wegen des sehr schönen Grundstücks erworben.

Der Energiebedarf für unsere Heizung war eigentlich nicht mehr tragbar. Jedes Jahr verpulverten wir für unsere knapp 130 qm Wohn- und Nutzfläche etwa 3500 Liter Heizöl.  Zudem war der Platzbedarf nicht mehr ausreichend, da die  Praxis meiner Frau mind. 50 qm beanspruchte und auch unsere Tochter nicht mehr mit ihrem Mini-Zimmer zufrieden war.

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